© DAV Sektion Rosenheim - Andreas Pietsch

Bericht des Wegereferenten Hochries 2020/21

29.10.2021

Die obligatorischen Wege-Begehungen der zehn DAV-Wege im Hochries-Arbeitsgebiet wurden nach den wetterbedingten Möglichkeiten durchgeführt. Auf den bereits sanierten Wegen sollten einige Stellen und Stufen repariert werden, ansonsten war der dortige Zustand gut. So mussten im nahenden Frühjahr nur wenige Äste aus dem Weg geschafft werden.

Mit unserem vorhandenen Erfahrungsschatz werden Wegeabschnitte in Angriff genommen, die schon länger bedürftig auf eine Verbesserung oder auf eine mehr oder weniger umfangreiche Sanierung warten. Die einzusetzenden Methoden, Mittel und die nötige Man-Power (heute auch Frauen-Power) müssen vorab geplant werden.

Unser Plan war, die Sanierung des Westanstieges zum Feichteck bei der sonnigen Wagner-Alm in Angriff zu nehmen. Das Werkzeug war da, das Holz zum Bau auch. Die Mannschaft war lediglich über mehrere Tage und Wochenenden verteilt verfügbar. Somit war der pandemischen Auflage nahezu Genüge getan. Den Abstand untereinander stellte die Länge des Schaufelstiels oder des Pickels und Vorschlaghammers her.

Die gestellte Aufgabe war, den Weg über die Almwiese hinauf komfortabel begehbar zu machen. Hintergrund der Arbeit war aber auch, dass der in Teilbereichen auf dem Weg vorhandene Bachlauf über die Almwiesen abgeleitet werden sollte. Stufen und Steinrinnen wurden eingearbeitet, um die Flut der Wanderer auf den vorgegebenen Hauptweg zu lenken und damit Nebenwege im Gelände zu vermeiden. Ein idyllischer Anstieg oberhalb der Wagner-alm wurde mit einiger Mühe geschaffen. Zwischendurch noch ein paar rot-weiß-rote Wegmarkierungen angebracht und weiter ging die Arbeit, den Steig durch den Wald von spitzigen Ästen und verhängnisvollen Wurzeln zu befreien. Auch das Wetter beeinflusste den Terminplan. Die Teamarbeit musste verschoben werden. Sobald die Helfer wieder verfügbar waren, konnte der mittlere Wegabschnitt bearbeitet werden. Dort hatte vor Jahrzehnten ein Sturm den Bergwald abgeholzt, die Spuren des „Harvesters“ zeugen noch heute davon und bilden den Weg. Der felsige Berghang ist sichtbar in Bewegung und  machte die Wegepflege notwendig. Sträucher mussten ausgeschnitten und alte Wurzelstöcke entfernt werden. Um sumpfige Stellen zu überbrücken, fanden wir genug Bauholz in der Umgebung. Interessanterweise stießen wir dabei auf die frühere Wegeführung am steilen Hang.

Schon in Sichtweite des Feichteck-Jagdhauses angekommen, wurde der Pfad durch den Wald von uns geräumt, um ein irrtümliches Versteigen am nahen Abgrund im Süden zu vermeiden. Oberhalb des Jagdhauses sanierten wir den Weg durch den Wald bereits im Vorjahr. Dieser wurde allerdings durch den folgenden Schneebruch vollkommen verlegt und musste nach den Forst-Räumarbeiten von uns wieder freigelegt werden. Ein schöner Wald-Steig nach dem Überstieg ist wieder eröffnet, allerdings jetzt ohne schattigen Baumbestand.

Oberhalb des Waldes gelangt man an den Grat-Steig zwischen Weidezaun und Wald zu den Almwiesen. Hier begann unser nächster Arbeitsabschnitt unter dem Anstieg zum Gipfel des Feichtecks. Auch hier galt es wieder, den Wasserfluss von Regen oder Schmelzwasser zu lenken und abzuführen. Damit konnte der bereits felsig, steinige Steig in einen gut begehbaren Zustand versetzt und erhalten werden. Auch ohne Hubschrauber brachten wir alle nötigen Werkzeuge diesmal über den Weg von der Doaglalm, Sachrinnstein, Pölcherschneid zur Feichteckalm und am Schluss wieder talwärts. Dem hilfsbereiten Traunsteiner Schubkarren-Schieber danken der Franz und ich noch heute!

Dass wir jeweils von den regionalen Alm-Gaststätten eine herrliche Brotzeit serviert bekamen, sei lobend erwähnt. Herzlichen Dank!

Inzwischen hatte sich einer der vier heftigen Stürme mit Starkregen in dieser Saison ausgetobt, schwerere Schäden am Berg sowie am Bergwald angerichtet und eine Straße weggerissen. Aufräumarbeiten folgten, Bäume mussten mit schwerem Gerät herausgezogen werden, was wiederum teilweise den Wanderweg beschädigte und von uns in Ordnung gebracht werden musste. Nichts desto trotz ist der beschriebene Feichteck-Weg Nummer AV221 jederzeit ein lohnender und leicht begehbarer Weg.

An anderer Stelle der Nordseite wurde ebenfalls ein Fahrweg-Stück ausgespült und abgebrochen. Dies hat den Wanderweg in einer Rinne zweimal überschüttet, was ohne schweres Gerät von uns nicht bearbeitet werden konnte.

Im Berichtsjahr 2021 hat die Geschäftsstelle der Sektion nochmal erfolgreich „WEB-Aufrufe“ zur Helfer-Suche im Wegebau sowie anderen Fachbereichen gestartet.

Junge Menschen, Frauen wie Männer, im Beruf stehend, ein Studium absolvierend, bis hin zu Schülern kamen, aber auch „alte Hasen“ haben sich nicht gescheut, tatkräftig mit anzupacken. Somit konnten Wegepflege und Wegereparaturen zunächst in Talnähe, am Waldparkplatz, Wimmer Alm, Seitenalm, Elland Alm-Klausenhütten durchgeführt werden.

Mit Pickel, Schaufel, Vorschlaghammer und Sägen rückten wir am Berg an. Eine der Arbeitsaktion war auf der Kar Alm, dem Karkopf-Ostanstieg gewidmet.

Farbmarkierungen an Bergwegen sowie im Trockenbachtal wurden bei geeigneter Temperatur aufgefrischt. Wo es nötig war, wurden Steine zurechtgerückt, Wasserausleiten optimiert, gerüstet für den Regenfall.

Im Juli begann die heimische Firma Kronast aus Frasdorf, die von der Sektion geplante Wege-Sanierung im Abschnitt des AV216a Weges, von der Bergwacht-Hütte Grozach, Aberg Alm, bis hinauf zum Predigtstuhl Gipfel (1494m). In gemeinsamer Anstrengung, zu einem beachtlichen Teil in Eigenleistung durch ehrenamtlich tätige Helfer, wurde der gesamte Steig zu einem komfortabel begehbaren Weg bis zum Gipfel saniert. Begleitende Regenfälle haben uns die Notwendigkeit zur Sanierung bestätigt.

Zuerst wurde der untere Teil des Anstieges mit Maschinen so bearbeitet, dass ausgespülte und parallele Wegspuren zu “einer“ Wegspur mit eingebetteten Trittsteinen den Weg bilden. Die an das Gelände angepassten Wasser-Ausleiten sorgen lange Zeit für eine stabile Wegeanlage.

Ab etwa einem Drittel des Anstieges wurde die Maschinenarbeit von der Handarbeit abgelöst. Mit Einsatz von schwerem Handwerkzeug wie Pickel, Vorschlaghammer bis hin zu Motorsägen wurden die Bauarbeiten am Alm-Berghang vorangetrieben. Die dafür verwendeten Baumaterialien, Baumstämme, Fels und Steine, konnten aus der unmittelbaren Umgebung herbeigeschafft werden. Eisenstifte verfestigen die massiven Stufen.

Dank und Anerkennung gelten an dieser Stelle den fleißigen Helfern aus der Sektion Rosenheim und aus anderen Sektionen, für diese grandiose Leistung am Berghang, im Regen, im „unendlichen Batz“.

Mit dieser Sanierungsmaßnahme, im vom DAV-Verband mit Kooperationspartner und vom Freistaat Bayern geförderten Projekts, konnte ein lange gehegter Wunsch verwirklicht werden. Damit wurde ein gut begehbarer Bergsteig geschaffen, der Familien-Wanderungen zum Gipfel des Predigtstuhls genauso erleichtert, wie der neuen „Chiemgautour“ eine weniger anstrengende Passage ermöglicht.

An der Stelle möchte ich den heimischen Almbauern sowie Grund- und Jagdbesitzer danken, die uns mit Informationen und bei Materialtransporten helfend unterstützen. Sie sind es, die die Fahrstraßen zu den Almen in Ordnung halten. An die Wanderer richten wir den Apell, auf den Wegen zu bleiben mit Respekt gegenüber den Almbauern, der Jagd und dem Wild, aber auch gegenüber den Weidetieren, die Wiesen zu schonen und die Weidegatter zu schließen!

Einen „guten Weg“ wünscht

Sebastian Fehr, Ihr Wegewart